Techniken zur Veränderung der Augenfarbe für ästhetische Zwecke

In der Augenheilkunde steigt die Nachfrage nach kosmetischen Eingriffen zur Augenfarbveränderung aus verschiedenen Gründen. Daher erscheint es wichtig, die verschiedenen heute verfügbaren Techniken zu analysieren, um Patienten zu beraten und sie über die möglichen Risiken aufzuklären.

FARBIGE LINSEN FÜR ÄSTHETISCHE ZWECKE

Farbige Linsen sind die am häufigsten verwendete Technik zum Färben der Augen. Sie machen etwa 7 % des weltweiten Kontaktlinsenmarktes aus. Unter ärztlicher Aufsicht sind farbige Linsen nicht risikoreicher als Korrekturlinsen. Mangelnde ärztliche Aufsicht und unsachgemäße Handhabung dieser Art des Tragens von Linsen (Nachttragen, mangelnde Informationen, mangelnde ärztliche Überwachung usw.) erhöhen jedoch das Infektionsrisiko. Die bakterielle Keratitisrate ist höher als bei Korrekturlinsen.

LASER-DEPIGMENTIERUNG

Diese Technik wird in Frankreich selten angewendet, ist in anderen Ländern jedoch häufiger. Dabei werden YAG-Laserstrahlen auf die Iris angewendet, um das Melaninpigment zu entfernen und das gräuliche Irisstroma freizulegen. Der Hauptnachteil dieser Technik besteht darin, dass keine Farbauswahl möglich ist. Es wurden einige Fälle von Hypertonie oder entzündlichen Reaktionen beschrieben. Für sichtbare Ergebnisse sind mehrere Sitzungen erforderlich, die oft nur bei hellem Licht sichtbar sind.

PRE-IRIAN-IMPLANTATE FÜR ÄSTHETISCHE ZWECKE

Seit 2006 wurden zwei Irisimplantate zur Veränderung der Augenfarbe entwickelt:
  • New Color Iris (KHAN Medical)
  • Bright Ocular (Stellar Device)
Keines dieser Implantate hat die CE-Kennzeichnung (Europäische Konformität) oder die FDA-Zulassung (US Food and Drug Administration) erhalten. Bei diesen Implantaten handelt es sich um Silikonscheiben (ca. 12 mm Durchmesser) mit einer Pupille von ca. 3,5 mm, die durch Haptiken im Kammerwinkel gehalten werden. In Europa wurden bisher nur sehr wenige Patienten operiert, in einigen Ländern werden sie jedoch noch implantiert. Obwohl die ästhetischen Ergebnisse beeindruckend sind, macht die Komplikationsrate von über 50 % die Implantate sehr gefährlich und führt sehr oft zur Explantation. Zu den häufigsten Komplikationen gehören Irisatrophie, Bluthochdruck (Glaukomrisiko) und Endothelzellverlust, der eine Hornhauttransplantation erforderlich machen kann. Kurz gesagt: Diese Technik erfordert aufgrund ihrer hohen Komplikationsrate eine regelmäßige Endothel- und Blutdrucküberwachung und gefährdet die Sehfunktion (Risiko der Erblindung). Daher sollte sie vermieden werden. Es ist die Pflicht jedes Augenarztes, jedem Patienten, der diese Technik anwenden möchte, die manchmal in den sozialen Medien angepriesen wird, davon abzuraten.

Hornhautkeratopigmentierung (Flaak) für ästhetische Zwecke

Ursprünglich wurde sie zu kosmetischen Zwecken zur Behandlung von posttraumatischer Aniridie oder Irisdefekten durchgeführt. Die Hornhautkeratopigmentierung wurde erstmals von Galen zur Maskierung leukomatöser Hornhauttrübungen beschrieben. Die Technik bestand aus der Verätzung der Hornhaut und der Injektion eines intrakornealen Pigments (z. B. Kupfersulfat). Im 19. Jahrhundert wurde dann die Hornhauttätowierung mit Tusche beschrieben. Heute hat sich die Hornhautkeratopigmentierung weiterentwickelt und ihren ästhetischen Wert bei der Verbesserung des Erscheinungsbilds traumatisierter Iris oder bei störenden funktionellen Symptomen unter Beweis gestellt. (Photophobie, Diplopie) bei bestimmten Erkrankungen: Iriskolobom, Aniridie, Uretes-Zavalie-Syndrom usw. Die Verwendung neuer Pigmente, die Entwicklung von Femtosekundenlasern und die Sicherheit dieser Technik haben zu einer Ausweitung ihrer Indikationen für rein ästhetische Zwecke geführt. Bei der FLAAK wird derzeit Pigment in einen ringförmigen Tunnel injiziert, der mit einem Femtosekundenlaser erzeugt wird. Der Einsatz des Femtosekundenlasers bietet Präzision und Sicherheit und vereinfacht den Eingriff erheblich. Der Tunnel hat eine Dicke von ca. 200 Mikrometern und einen Durchmesser von 9,5 mm, wodurch eine Pupille von ca. 5 mm verbleibt. Die heute verwendeten Pigmente sind mikronisierte Mineralpigmente der dritten Generation. Einige verfügen mittlerweile über eine CE-Kennzeichnung für kosmetische Anwendungen. Histologische und immunologische Studien haben die Sicherheit dieser Pigmente bewiesen und jegliche Teratogenität oder Toxizität für die Hornhaut ausgeschlossen. Mittlerweile steht eine breite Farbpalette zur Verfügung, die der natürlichen Farbe der Iris oder den Farben kosmetischer Farblinsen sehr nahe kommt. Die Zufriedenheitsrate ist sehr hoch (über 92 %), und dieses Verfahren verursacht keine refraktiven oder topografischen Veränderungen, was seine Sicherheit bestätigt.

ABSCHLUSS

Aufgrund ihrer Sicherheit und ästhetischen Ergebnisse hat sich die FLAAK-Technik heute als Goldstandard für kosmetische Augenfarbkorrekturen etabliert.

Die Femtosekundenlaser-assistierte Hornhautkeratopigmentierung (FLAAK) scheint daher die Technik mit den meisten wissenschaftlichen Belegen und den besten Ergebnissen zu sein.